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Entschuldigung vs. Vergebung

Entschuldigung vs. Vergebung

Wenn ich zu jemanden hingehe und „Entschuldigung“ sage, ist das eigentlich dasselbe wie jemanden um Vergebung zu bitten?

Als ich letztens in meiner Bibel so blätterte, stach mir folgender Vers ins Auge: Wenn dein Bruder sündigt, weise ihn zurecht, und wenn er sein Unrecht einsieht, vergib ihm. Selbst wenn er siebenmal am Tag gegen dich sündigt und siebenmal wieder zu dir kommt und sagt: ›Ich will es nicht mehr tun‹, sollst du ihm vergeben. (Lukas 17,3-4).

Beim Lesen stellte sich mir folgende Frage: Wenn ich zu jemanden hingehe und „Entschuldigung“ sage, ist das eigentlich dasselbe wie jemanden um Vergebung zu bitten?


Früher habe ich mich oft mit meinen Eltern gestritten, mittlerweile kommt dass nicht mehr so oft vor - das mache ich nun ab und an mit meiner Frau oder Freunden ;) Nachdem mehr oder weniger heftig gestritten wurde, geht so ein Streit ja auch mal zu Ende. Oft durfte ich mich dann für mein Fehlverhalten entschuldigen. In den seltensten Fällen habe ich dann gesagt: „Ich bitte dich um Vergebung.“ Klingt irgendwie altmodisch. Aber ist es eigentlich wichtig diesen Satz mal zu sagen oder reicht ein „Sorry, Entschuldigung“?

Das Wort „Entschuldigung“ bedeutet so viel wie jemanden um Nachsicht für etwas zu bitten oder sich für einen Fehler zu rechtfertigen. Das Wort Vergebung hingegen ist wesentlich vielseitiger. In der Bibel hat dieses Wort verschiedene Grundbedeutungen: aufheben, wegnehmen, abwischen, erlassen, tilgen, reinigen, bedecken, wegschicken, … um nur einige zu nennen.

Wenn ich Mist gebaut habe oder mich mit jemand gestritten habe, dann lade ich Schuld auf mich. Das kommt auch in dem Wort „EntSCHULDigung“ vor. Und diese Schuld, trifft nicht nur meinen Mitmenschen, meinen Freund, meine Eltern, sondern auch Gott. Um aus diesen „Zustand“ herauszukommen, muss mir mein Gegenüber „vergeben“. Schuld muss aufgehoben werden, weggenommen, erlassen werden, damit man wieder Okay miteinander ist. Das trifft auf Menschen zu, aber auch auf Gott.

Wie das überhaupt gehen kann, dass Gott Schuld vergibt, das erleben wir zu Ostern… Herzliche Einladung zur Osternacht- wo wir das feiern und erleben!

Im Alltag hat sich das Wort „Entschuldigung“ durchgesetzt. Ich glaube, wir meinen dennoch oft dasselbe, wie wenn wir von „Vergebung“ sprechen. Wichtig ist, dass ich es ehrlich meine und nicht einfach nur so ein flapsiges „Sorry“ rauskommt. Das ist irgendwann nicht mehr glaubwürdig.

Ich will Mitmenschen gegenüber meine Schuld, meine Fehler, mein Versagen ehrlich eingestehen und sie bitten, wieder im Reinen miteinander zu sein - echt leben!
Wenn wir so miteinander umgehen, dann liegt darauf eine Verheißung. Die Bibel sagt (Sprüche 28,13): Menschen, die ihre Verfehlungen verheimlichen, haben keinen Erfolg im Leben; aber alle, die ihr Unrecht bekennen und aufgeben, finden Gottes Erbarmen.

Und genau das brauchen wir, wenn wir so richtig Mist gebaut haben! Echt cool!

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Autor(en)

Jonathan

Jonathan

Sozialarbeiter

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