 YouGo! Oktober 09
| Mittwoch, 08.09.2010
| [Alle Rubriken] [Rubrik "JuGos"] zugehörige Fotoshow von Thomy.Schon mal was vom Beichten gehört? Dann lass dich überraschen und lies weiter…
Doch erstmal zum Welcome! Denn begrüßt wurden wir von rhythmischer und lauter Trommelmusik aus dem Altarraum der Lutherkirche. Die fleißigen Workshopler haben ihre Hausenaufgaben jedenfalls bestens erledigt und lieferten uns einen mitreißenden YouGo-Aperitif.
Schon ein kleines bisschen zur Tradition geworden, versorgten uns Anna und Marcus im Anschluss wieder mit den Neuigkeiten aus dem Jupfa-Kalender, u.a. ist am 13. November erneut die Nacht der Spiele und am 20. November eine Worshipnight im Alten Gasometer Zwickau mit Lothar Kosse.
Gemeinsam mit den Trommlern aus dem Workshop haben auch wir Lobpreis gefeiert – „Komm in Vollmacht“ und „Gestern, morgen, heut und für immer“.
Außerdem wurde der neue Prakti Achim für ein Jahr in den Jupfa-Dienst eingeführt und eingesegnet.
Beim Anspiel wurde wohl der Albtraum aller Mütter wahr. Die Unordentlichkeit des Sohnes lässt sich wahrscheinlich noch verkraften, aber was ist, wenn unter dem Kissen plötzlich ein BH auftaucht, im Desktop des Laptops die Seite für eine Auswanderung nach Weißrussland aufgeblättert ist, ein riesiger Slip in der Sofaritze auftaucht, der Schulverweis auf dem Schreibtisch liegt, weil der Herr Sohnemann versucht hat, mit einem Spiderman-Kostüm die Schulfassade zu bändigen, die Rechnung für ein Tattoo aus der alten Jeans rutscht, ein Babybuch für werdende Väter auf dem Nachttisch liegt, etc.? Kann man sich da nicht als Mutter fragen: Was hab ich falsch gemacht?
Na, hast du vielleicht auch etwas zu beichten? Nach dem Motto „Denn ich weiß, was du letzten Sommer getan hast“…
Was würde denn in deiner Biografie stehen? Was macht dein Leben aus?
Über nicht allzu viele Leute wissen wir soviel wie über König David.
Im Psalm 139, Vers 23 und 24 betet er: „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.“
Er sagt das, weil trotz einer oftmals frommen Fassade, es Dinge im Leben gibt, die nicht sehr fromm sind. Wege, bei denen er weiß, dass diese kein gutes Ende haben, wenn er sie weiter verfolgt.
Er weiß, dass es etwas zu beichten gibt. Und er will diesen falschen Weg verlassen. Weil der von Gott wegführt. Aus diesem Grund sucht er das Gespräch mit Gott.
Wie ist das bei dir mit dem Beten?
Rechnest du wirklich damit, dass Gott auf dein Gebet reagiert und dein Gesagtes ernst nimmt? Bei David hat Gott reagiert.
Der nette Junge oder das liebe Mädel von nebenan ist wahrscheinlich jeder – solang man nur an der Oberfläche kratzt. „Jeder ist normal, bis du ihn kennenlernst“ lautet ein Buchtitel.
Doch was ist mit deinen Leichen im Keller? David hatte da auch so manches… Ehebruch, Auftragsmord,…
David bittet Gott tatsächlich, dass er in seinen Keller schauen soll. Gott soll schauen, ob er auf dem richtigen Weg ist. Wenn nicht, dann soll er David auf den richtigen Weg zurück führen.
Reden mit Gott bedeutet, ich bete und er antwortet.
So kannst du erkennen, wo du falsch unterwegs bist und wo du eigentlich hinsolltest.
Fang einfach an zu beten wie David. Aber überleg dir vorher, ob Gott dich beim Wort nehmen soll. Denn manche Dinge, die da so im Keller rumgammeln, sind dir vielleicht auch so ein wenig ans Herz gewachsen – wie rauchen oder Filme ziehen oder lästern oder beim Test spicken oder oder oder … Willst du das?
Gottes Wort verändert.
Und wenn du diese Veränderung willst, dann sag es Gott aus deinem Herzen und lass es nicht nur frommes Geplänkel oder ein Lippenbekenntnis sein.
Wenn Gott in dein Leben kommt, dann kommt alles ans Licht, dann wird alles offenbar, was du so gern vor den anderen versteckt hast. Gott sagt von sich: „Ich bin das Licht“! Er hat auch die Wirkung von Licht – nämlich alles Dunkle zu erhellen.
Lies dazu Johannes 3, die Verse 19 bis 21.
Ja, die Dunkelheit ist oft angenehmer, denn man kann Dinge verstecken, die keiner sehen soll. Auch wir lieben manchmal die Dunkelheit mehr als das Licht.
Jeder der Böses tut, verabscheut das Licht.
Weißt du wie es ist, wenn man Jesus begegnet? Er erkennt nicht nur, ob du blond oder brünett bist, ob du geschminkt bist oder nicht. Er erkennt alles – auch deine hinterste Ecke. ALLES. Auch das, was du lieber unterm Bett oder in der Sofaritze lassen möchtest. Dinge, die deine Beziehung zu ihm beeinträchtigen.
Sünde bedeutet Trennung von Gott. Das sind Dinge, die unser Leben kaputt machen.
Lies doch die Psalmverse nochmal.
Was passiert in deinem Leben, wenn Gott dein Herz erforscht, dein Leben beleuchtet?
Hast du ihm auch soviel zu erzählen, wie der Sohn aus dem Anspiel seiner Mutter?
Fragst du dich jetzt auch, warum du Jesus in dein Leben lassen sollst? Ist das nicht bekloppt? Hast du auch keinen Bock, dass alles ans Licht kommt?
Aber eigentlich ist Jesus ja sonst ganz ok. Nur nicht, wenn er alles ans Licht bringen will.
Doch Jesus will dich nicht verletzen oder bloß stellen – er will dich retten!
Wenn du Jesus dein Leben anvertraust, dann kannst du ihm wirklich alles anvertrauen, auch allen Mist und Dreck.
Wenn wir unsere Verfehlungen eingestehen, dann ist Gott gnädig und gerecht. Er wird dich damit nicht allein stehen lassen.
Er vergibt dir alle Sünde und sie ist für immer weg, vom Tisch.
Und wenn du nochmal den gleichen Mist machst? Dann sei dir gewiss, wenn du sie von Herzen bereust, ist sie wieder weg.
Du bist also nur ein Gebet entfernt von der Vergebung.
„Bring’s zu Gott, dann stinkt’s nicht“
„Gott saugt auf, bevor Geruch entsteht“
Ist doch cool! Christsein praktisch leben.
Es ist jemand dafür gestorben. Die Trennung ist beendet. Probier es aus!
Begreifst du das richtig?
Vertrau dein Leben Jesus an, streite deine Schuld nicht ab und gib sie ihm.
Ok, beten kann ja jeder!
Eine andere Stufe ist die Beichte – von ICH bete zur beICHte!
Vielleicht fragt ihr euch grad: Mmh Beichte… ist das nicht so ein Relikt von den Katholiken? Wozu brauch ich das denn? Das Wort kommt ja nicht mal in der Bibel vor!
Aber es spielt im heutigen Christsein immer noch eine wichtige Rolle. Erinnert ihr euch? Im Gottesdienst gab’s doch da so ein Beicht-Gebet.
Aber die Frage ist berechtigt. Wozu brauch ich noch die Beichte, wenn es mit Jesus auch so funktioniert?
Luther jedenfalls wollte die Beichte auf keinen Fall hergeben. Er schöpfte daraus Trost und Stärke. Ist da vielleicht was dran?
Jesus sagt in Johannes 20, Vers 23: „Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.“
Wenn du Jesus nicht um Vergebung bittest, dann wird dir deine Verfehlung auch nicht vergeben. Vergebung ist kein Automatismus.
Beichten bedeutet, etwas aussagen, etwas bekennen. „Ich war’s“
Und beichten kann auch hilfreich sein.
Wenn du zum Beispiel zweimal hintereinander Mist gemacht hast und du hast in dir Zweifel, ob dir wirklich vergeben ist, dann kannst du Frieden finden, indem dir jemand ganz hörbar und live in Jesu Namen Vergebung zuspricht. Denn dazu sind wir befähigt.
Such dir eine Person, der du vertraust und die dich ernst nimmt. Und sprech es einfach mal laut vor jemandem aus. Dein Müll gehört ans Kreuz. Das Kreuz Christi muss kein Schönheitswettbewerb gewinnen, es gleicht eher einer Müllhalde.
Wenn du deine Schuld jemandem anders beichtest, sie aussprichst, dann verliert sie auch oft ihre Macht. Natürlich musst du die Konsequenzen tragen, wenn du Mist gebaut hast und es jemandem beichtest, aber es herrschen geklärte Verhältnisse. Und du hast wieder innerlichen Frieden.
Es geht auch nicht immer mit der Person, an der man schuldig geworden ist. Aber vielleicht kennst du einen vertrauenswürdigen Menschen in deiner Nähe oder im Jupfa.
Kennt ihr den Bibelspruch „Sündige hinfort nicht mehr“? Fällt dir das auch so schwer, nicht mehr den gleichen Mist zu verzapfen?
Dann kann auch hier die Beichte eine Hilfe sein. Wenn da jemand an deiner Seite ist, der dein Problem kennt und sich mit dir auf den Weg machen will, kann er dich dabei unterstützen, dich erinnern und für dich beten.
Dem Gebet wird oft so wenig zugetraut. Aber vernachlässigt es nicht – Gott handelt!
Die Beichte ist kein Gesetz, keine Regel. Vergebung findest du bei Jesus.
Die Beichte ist für dich. Sie kann dich unterstützen, dir helfen. Sie ist ein äußerlicher Schritt für deine innere Haltung.
Der Anfang kann ein ganz kleines Gebet sein. Zum Beispiel der Psalm 139.
Amen.
Nach diesem Wort von Reeds haben wir gleich ganz praktisch angefangen mit dem Song „Rüste mich aus“.
Nach einer Zeit der Stille, in der wir uns unserer Verfehlungen bewusst werden konnten, haben wir zusammen das Vater unser gebetet und das Abendmahl bekommen. Jesus ist für uns gestorben. Halleluja!
„Drückende Schuld langer Jahre hat unsere Herzen verstockt und stumpf gemacht. Christus hat seiner Gemeinde die Gewalt gegeben, Sünde zu vergeben in seinem Namen. In der persönlichen Beichte dürfen wir in besonderer Weise der Befreiung von der Sünde und der Versöhnung mit Gott gewiss werden.“
Dietrich Bonhoeffer
Steff, erstellt am 19.11.2009.
|