 Adventsjugo, 1.12.2007
| Donnerstag, 09.09.2010
| [Alle Rubriken] [Rubrik "JuGos"] zugehörige Fotoshow von Thomy.Bereit mit Josef zu tauschen?
Auch dieses Jahr gabs zum Adventsjugo wieder traditionell ab 17 Uhr Stollen, Kaffee und Glühwein. Pünktlich 18 Uhr, gerade den letzten Bissen hinter geschluckt, wurden wir von Rieds an der Trompete und David an der Orgel begrüßt. Und gleich danach nochmal von der JuGo-Band mit „O komm, o komm, du Morgenstern“.
Untrennbar verbunden mit dem Feiern des Adventsjugos ist wie jedes Jahr das Einsammeln des Jugenddankopfers. Doch zuvor gabs einen kleinen Rückblick in das letzte Jahr, denn da ging das Jugenddankopfer nach Riga. Begleitet von Bildern und einem Bericht von Klitzschi bekamen wir einen Einblick in die Arbeit, die durch das Jugenddankopfer 2006 ermöglicht wurde.
Das diesjährige Dankopfer geht nach Pandul in Indien, wo sich Conny gerade befindet. Die einzelnen JGs konnten ihr gesammeltes Geld im Altarraum abgeben, manche ganz normal, andere themenangepasst. Aber seht euch selbst die Bilder an ;)
Gelegenheit zum Danken für das gesammelte Geld und die vielen anderen Gründe jedes Einzelnen hatten wir in einer genialen Lobpreiszeit, die uns die JuGo-Band gestaltete.
Passend zu der Adventszeit, in der sicher einige von euch schon für das Krippenspiel am Heiligabend üben, gabs auch eins im JuGo, allerdings mit einem alternativen Ende.
Mittels einer kleinen Bildgeschichte auf der Leinwand sahen wir alle möglichen Highlights (gemeinsames Spazierengehen, Händchenhalten, zusammen lachen) und „Nebenwirkungen" (stundenlanges Warten auf Sie beim Einkaufen, Er mit einer Kiste Bier n der Hand) einer Beziehung, wie sie auch Maria und Josef hatten. Eine Beziehung mit Happy End?
Zurück in der Realität lag Josef neben einigen Bierflaschen schlafend auf dem Sofa, als ihn ein Engel mit blonden Haaren und Flügelchen besuchte. Doch jegliches Räuspern, Husten half nichts, um sich bei Josef bemerkbar zu machen. Erst als der Engel die gewohnte, quietschende Stimme Marias benutzte, schreckte Josef auf. Behutsam versuchte der Engel Josef zu erklären, dass Maria von Gott schwanger ist, den Messias erwartet und er sich um Maria und das Kind kümmern solle. Doch die verständnisvolle Reaktion, die wohl jeder erwartete, weil wir es ja so kennen, blieb aus. Josef rastete aus und sagte, dass er nichts damit zu tun haben wolle. Solle sich Gott doch um das Kind kümmern, er wäre ja schließlich auch der Vater. Alle Bemühungen des Engels, Josef klar zu machen, dass Maria ihn jetzt brauche, zogen nicht. Josef packte seine Koffer. Sogar Maria`s liebevolles „Ich liebe dich“ nützte nichts und wurde von Josef mit einem „Ich mich auch“ zurückgeworfen. Das Krippenspiel endete mit der verzweifelten Maria, die laut schluchzte und schluchzte und...
Was für ein Josef! Endlich nicht mehr das Weichei jeden Krippenspiels, das immer brav hinterher trottet, nichts zu sagen hat und sich von so ziemlich jedem Wirt eine Absage einfängt.
Doch was wissen wir eigentlich von dem biblischen Josef, der über 2000 Jahre vor uns lebte? Er ist der Stiefvater von Jesus... und? Was noch?
Er befand sich in einer bescheidenen Situation, mit der wohl niemand tauschen will. Noch dazu bei den Moralvorstellungen damals.
Er kam sich doch sicherlich wie ein Volltrottel vor, musste sich das dumme Gequatsche von den Nachbarn anhören, zugucken, wie alle mitleidig die Köpfe schüttelten. Würdest du in so einer Situation wie Josef handeln? Oder eher wie Daniel, der nur den Josef spielte und abgehauen ist. Würdest du dich nicht auch fragen, warum du dich kümmern sollst?
Die Bibel berichtet wenig von Josef und trotzdem ist er ein besonderer, guter Mann - ein Vorbild.
Er lebt in Nazareth, ist mit Maria verlobt und an seinem Handeln sieht man, dass er gerecht war. Denn er schmiedete heimlich Pläne, Maria zu verlassen. Nach dem damaligen Recht hätte er Maria anzeigen müssen, wegen Ehebruchs. Das hätte bedeutet, dass Maria gesteinigt worden wäre. Doch er will Maria retten, er beschließt, aus Liebe und Respekt anders zu handeln.
Daraufhin erscheint ihm ein Engel, der ihn ermutigt, bei Maria zu bleiben. Versetzt euch mal in die Lage Josef`s. Der Prophet Jesaja hat schon vor 800 Jahren vorausgesagt, dass der Messias kommt. Und Josef soll neben Maria das ausführende Organ dieser Prophezeiung sein?
Josef`s Reaktion: keine Diskussion, er tut es, er heiratet Maria. Er ist gehorsam und es ist ihm egal, was die anderen sagen. Was für ein Mann.
Er macht sich mit Maria auf nach Bethlehem zur Volkszählung, da seine Eltern von dort stammen. Und genau in der Zeit ist die Entbindung. Sie bekommen Besuch von Hirten, die damals eine niedere soziale Schicht darstellten und von Sterndeutern aus dem Irak, die auch Terroristen sein könnten und die teure Geschenke mitbringen, womit sie nichts anzufangen wissen.
Josef muss total konfus gewesen sein. Aber damit noch nicht genug. Das Baby in der Grippe ist kein normales Kind, sondern Staatsfeind Nr.1.
Da erscheint dem Josef wieder ein Engel, der ihm sagt, dass er mit Maria und dem Kind nach Ägypten fliehen soll, da Herodes hinter ihnen her ist. Das war dann wohl die nächste Katastrophe. Doch wieder gibt es keine Diskussion, er machte sich auf und floh, ohne Zögern. In Ägypten bleibt er mit seiner Familie, bis Herodes tot ist. Er hat mit dieser Flucht alles zurückgelassen, was er sich bis dahin in Nazareth aufgebaut hatte – wegen einem Kind, das nicht mal von ihm ist.
Hätte Josef so reagiert wie Daniel im Anspiel, dann hätte Gott ein Problem mit seinem Heilsplan bekommen. Gott verlässt sich also auf die Menschen, er braucht uns. Wow. Gott braucht uns.
Mit dieser Geschichte ist Josef ein stiller Star der Bibel. Er hat sonst kein weiteres großes Auftreten, er wird nur in Verbindung mit Maria genannt, aber er war gehorsam, durch ihn wurde die Weltrettung ermöglicht. Imponiert dir das nicht auch? Wünschst du dir nicht auch, so eine Rolle zu übernehmen?
Im Alltag fällt es schwer, auf Gott zu hören, rauszufinden, was er von mir will. Aber bist du auch bereit, Gottes Wort zu tun, wenn du es gehört und verstanden hast?
Dazu ist Vertrauen notwendig, Unterordnung, Gott als Nr.1 annehmen. Für Josef hatte seine Entscheidung menschlich gesehen nur Nachteile, aber trotzdem hat er sich untergeordnet.
Hast du schon mal Probleme wegen Jesus gehabt? Nicht wirklich, oder? Wir leben in einem freien Land, wir dürfen über den Weihnachtsmarkt laufen und zum nächsten Gottesdienst einladen. Niemand verbietet uns das.
Bist du bereit, wirkliche Nachteile für Jesus in Kauf zu nehmen? Dich in der Schule zum Beispiel zu weigern, ein antichristliches Gedicht aufzusagen und dafür ne 6 zu kassieren? In deiner Clique Partei für einen Außenseiter zu ergreifen, über den nur hergezogen wird? Wenige sind bereit, ihre eigenen Interessen in den Hintergrund zu stellen. Ausschlafen ist wichtiger als sonntags in den Gottesdienst zu gehen. Hobbies gehen vor, wenn es mal dran ist, sich in der Gemeinde einzubringen,...
Jesus war sich nicht zu schade, sein Leben für uns zu geben. Und entweder er ist der Boss in unserem Leben oder nicht. Schwarz oder weiß. Jesus erwartet ganze Herzen, wie Josef`s. Er lässt sich sein Leben und seine Vorstellungen umkrempeln. Jesus ist in diesem Punkt einnehmend und totalitär, aber er tut das nicht aus Willkür, sondern aus Liebe. Er verschenkt ewiges Leben, er will uns nicht bestrafen.
Bei dem Wort Opfer denken wir immer gleich an Verlust, es gibt jedoch Unterschiede (wie im Englischen). Das ausgeraubte Opfer heißt victim. Wenn du Jesus dein Leben als Opferbringst, heißt das sacrifice, es macht dich heilig, du kommst Jesus näher.
Lass dich in der Adventszeit dazu einladen, dich Jesus unterzuordnen und dein ganzes Leben als Opfer hinzugeben. Das hat natürlich auch Nachteile, Risiken und Nebenwirkungen, aber ist es das nicht wert?
Josef wollte keinen Moment tauschen, denn es ist ein unvorstellbarer Reichtum, Jesus in seinem Leben zu haben.
Überleg dir doch mal, was du noch Jesus überordnest und was du als sacrifice bringen kannst.
Wie immer gabs noch eine kleine praktische Umsetzung vom Goldi für uns. ZDF. Zuhören (auf Gottes Wort), Durchziehen (was dir wichtig geworden ist), die Folgen tragen. Oder auch Zieh Den Finger.
Es folgte eine Zeit des Gebets und des Stillwerdens mit folgenden Bibelversen: Jes. 60,1; Mtth. 5,44; Mtth. 21,22; Jes. 50,4; Luk. 9,62; Eph. 4,25; Luk. 15,18.
Jesus hat die Folgen, Konsequenzen schon für dich vor-getragen. Schreibt Emails ans Jupfa, wenn ihr Hilfe dabei braucht oder hört euch jeden Tag den Online-Adventskalender auf der Homepage an.
Der Segen wurde uns von Goldi zugesprochen und das lustige Lied der Woche „Bahnt eine Weg unserm Gott“ wurde mit einer Polonaise gefeiert.
Stefanie Händel, erstellt am 03.12.2007.
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