 JuGo, 25.02.2007
| Mittwoch, 08.09.2010
| [Alle Rubriken] [Rubrik "JuGos"] zugehörige Fotoshow von Thomy."Wie erkenne ich den Willen Gottes?" Zur Erkenntnis gehts hier...
Vielleicht war dies der letzte JuGo in der Lutherkirche, denn es war diesmal so voll, dass wir wohl bald expandieren sollten. Halleluja! Jede Menge Leute standen in den Bänken, in den Gängen, überall und tanzten, sangen oder genossen einfach nur die tolle Lobpreiszeit zu Beginn des Gottesdienstes. Die Stimmung und die gemeinsame Anbetung waren überwältigend.
Für einen krassen Gefühlswechsel sorgte unsere Anspielgruppe. Mit düsteren Klängen, dunklem Licht und dichten Nebelschwaden bewegte sich eine Gestalt im langen schwarzen Mantel mit Kapuze im Altarraum – das Orakel genannt. Gruselig. Und auch der Geruch der angezündeten Räucherstäbchen, verlieh dem Anspiel einen hohen Realitätsfaktor. Natürlich blieb das Orakel nicht lang allein. Zwei Damen und ein junger Herr wollten Aufschluss über ihre Zukunft haben. Eine der zwei Frauen erklärte, sie wäre in einer Beziehung und wollte wissen, ob es für immer ist, die andere erhoffte sich Klarheit über ihren beruflichen Erfolg und der Hahn im Korb wollte Sicherheit, ob sein aufgetuntes Auto bei der anstehenden Messe auch gewinnen würde. So unterschiedlich die Situationen auch waren, eines hatten sie gemeinsam. Keiner von den Personen konnte mit der Antwort des Orakels etwas anfangen… „Die Liebe kommt, die Liebe geht“, „Dein Besitz nimmt dich in Besitz“, … und andere konkrete Antworten empfingen die drei. Die Reaktion war jedes Mal das nachdenkliche Kopfkratzen. Hä? Wars das jetzt?
Vielleicht erkennst du dich ja auch wieder – in deiner ganz persönlichen Situation, für die du gern Klarheit, Sicherheit und Antwort hättest. Du stellst Gott eine konkrete Frage und verstehst nur Bahnhof oder gar nichts. Dabei möchtest du doch wissen, was Gottes Wille ist, welchen Weg er für dich vorgesehen hat. Aber irgendwie hast du den Eindruck, es herrscht Funkstille.
Vielleicht nimmst du in der Spannung auf die Antwort auch alles, was du kriegen kannst und bastelst dir deine Antwort zusammen. Aber ist das dann auch wirklich der Wille Gottes?
Die Vorstellung, eine Art Navigationssystem zu haben, dass dir die richtige Richtung zeigt, gefällt dir bestimmt auch, oder? „An der nächsten Kreuzung bitte links abbiegen.“ Oder „Bei der nächsten Möglichkeit bitte wenden.“ Das wärs doch. Wir wüssten jedes Mal hier, jetzt und sofort, was der nächste Schritt wäre. Wir hätten die totale Sicherheit in unserem Handeln.
Es gibt nur einen Haken: Gott hat es anders eingerichtet. Er hat kein Navi für uns. Er möchte, dass unser Leben ein Abenteuer ist. Und so ein Abenteuer funktioniert nun mal nicht mit einem Navi. Wo bleibt denn da die Herausforderung? Gott lässt uns Entscheidungsspielraum. Wir bekommen nicht alles präsentiert und auf einem kleinen silbernen Tellerchen serviert.
Doch Gott lässt uns auch nicht allein da stehen. Er gibt uns stattdessen einen Kompass. Der reicht. Gott wünscht sich, dass wir ihm vertrauen, er möchte Beziehung mit uns und wir sollen uns sicher sein, dass wir gut bei ihm aufgehoben sind.
Natürlich ist so ein Kompass kein Maximalmaß an Sicherheit, aber sonst wäre es ja auch kein Abenteuer. Gott gibt dir alles mit auf deinen Weg, dass du das Abenteuer bestehen kannst und am Ziel ankommst. Lies doch mal die Geschichte von Samuel, der Gott zu sich reden hört bzw. auch nicht. (1. Samuel 3,1-20)
Wir müssen lernen, auf Gott zu hören. Gott sagt uns zu, dass er spricht. Und er möchte, dass wir ihn verstehen. Gott ruft auch dich und wie bei Samuel tut er es immer wieder. Er will dich, er will eine Beziehung zu dir. Gott kommt zu uns, er spricht zu uns (der Unterschied zu den vielen anderen Religionen). ER begegnet uns. ER spricht uns an und wir können reagieren.
Der Kompass, den Gott uns gibt ist ein Ethos (Gesinnung, Haltung). In jedem steckt ein Ethos. Das Ethos des CVJM Zwickau ist es, dass jeder zur Begrüßung umarmt wird. Es ist auch ein Ethos, dass man beim Beten die Hände faltet, dass in Deutschland die Autos auf der rechten Seite fahren (in den meisten Fällen jedenfalls). Das wird nicht in Frage gestellt. Das steckt in uns, ist in Fleisch und Blut übergegangen.
So wie die Nadel des Kompasses den Norden findet, so soll unser Leben in Gottes Plan laufen. Wie erkennen wir nun den Willen Gottes? 4 Dinge, die dafür wichtig sind:
1. Es wächst aus Gottes Wort: Das bedeutet Gemeinschaft, mit Gott zu haben, Zeit mit seinem Wort, der Bibel, zu verbringen. Natürlich klingt es hart, aber wer zu faul ist, Bibel zu lesen oder sich dafür keine Zeit gibt, der kann den Willen Gottes nicht erkennen. In der Bibel erkennen wir Gott. In der Bibel begegnen wir Gott. Wir verbringen mit ihm Zeit und können ihm ähnlicher werden.
2. Es wächst durch Lernen: Es ist uns nicht angeboren, sofort mit dem Kompass umgehen zu können. Das müssen wir lernen. Dazu brauchen wir Menschen an unserer Seite, die uns schon ein paar Schritte voraus sind, bei denen wir uns Rat holen können. Die Fähigkeit mit dem Kompass umzugehen, können wir uns in Gemeinschaft mit anderen aneignen, indem wir voneinander lernen und profitieren, weil jeder von uns seine eigene Geschichte und Erfahrungen hat. Achte darauf, dass du Väter im Glauben an deiner Seite hast und gib ihnen das Recht, dich zu korrigieren. Seelsorge. Setz dich jemandem aus, der dich korrigieren darf.
3. Es wächst aus Gehorsam: Dazu müssen wir wissen, was Gott sagt und es dann auch tun. Oft bleibt es bei dem ersten. Verlass dich auf deinen Kompass. Auf Gott zu vertrauen und gehorsam zu sein, kannst du aus keinem Lehrbuch lernen. Du musst deinen Kompass ausprobieren.
4. Es wächst durch deinen Verstand: Nachdenken ist wichtig. Du hast deinen eigenen Willen. Denk über die Konsequenzen deines Handelns nach, prüfe deine Entscheidung. „Der Glaube fängt da an, wo der Verstand anfängt und nicht da, wo er aufhört.“ Deinen Kompass zu nehmen, heißt, deinen Verstand zu benutzen.
Wenn du den Willen Gottes erkennen möchtest, dann fang nicht erst mit der Orientierung an, wenn es schon brenzlig ist und du mitten in der Entscheidung stehst. Gott möchte stets dein Kompass sein. Er möchte, dass du alles unternimmst, um ihn kennen zu lernen. Weil er dich liebt.
Finde heraus, wo du stehst und bei welchem der vier Punkte du noch Schwierigkeiten hast. Nutze dieses Wachstumspotential und lerne deinen allein für dich angefertigten Kompass zu benutzen. Lass dich auf das Abenteuer ein!!
Stefanie Dannenberg, erstellt am 06.03.2007.
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